Die Frage "Können wir das nicht selbst bauen?" fällt in fast jedem Gespräch über KI-Agenten. Die ehrliche Antwort lautet: den ersten wahrscheinlich ja, und schneller als du denkst. Der Engpass ist seit etwa zwei Jahren nicht mehr die Technik, sondern die Vorarbeit - und genau die lässt sich nicht delegieren.
Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du einen KI-Agenten erstellst, ohne einen Entwickler einzustellen: welche vier Bauarten es gibt und wann welche passt, wie der Einstieg über ein Chat-Werkzeug wie ChatGPT funktioniert und wo er endet, die sieben Schritte von der Aufgabe bis zum laufenden Betrieb, und die Fehler, die in der Praxis am häufigsten Geld kosten.
Was du hier nicht findest: das Versprechen, dass ein Agent sich von selbst rechnet. Ein Agent ist ein Hebel. Er verstärkt einen Ablauf, den du vorher verstanden hast - und multipliziert genauso zuverlässig einen, den du nicht verstanden hast.
Was heißt "KI-Agent erstellen"? Definition und Abgrenzung
Einen KI-Agenten zu erstellen bedeutet, drei Bausteine zu einem Ablauf zu verbinden: ein Sprachmodell, das entscheidet, Werkzeuge, mit denen es handeln darf, und eine Aufgabenbeschreibung samt Grenzen, innerhalb derer es arbeitet. Was den Agenten von einem Skript unterscheidet, ist die Autonomie: Er wählt den nächsten Schritt selbst, statt einen vorgegebenen Pfad abzulaufen. Die Grundlagen dazu - Funktionsweise, Abgrenzung zum Chatbot, Beispiele aus dem Mittelstand - stehen im Überblicksartikel KI-Agent.
Wichtig ist die Abgrenzung nach oben und nach unten. Nach unten: Ein hinterlegter Prompt, den jemand von Hand aufruft, ist noch kein Agent, sondern eine Vorlage. Wie du die gut schreibst, steht im Leitfaden zum KI-Prompt. Nach oben: Ein System, das mehrere Agenten koordiniert, Aufträge verteilt und Ergebnisse zusammenführt, ist keine Erstellung mehr, sondern Architektur - dort fängt echte Entwicklung an.
Zwischen diesen beiden Enden liegt das Feld, in dem du ohne Entwickler arbeitest. Und dort passiert derzeit fast alles: Konfiguration statt Code, Verdrahtung statt Programmierung, Anweisung in Prosa statt in einer Sprache.
Ohne Entwickler erstellen: was heute wirklich geht
Der Markt hat die Frage schon entschieden. In der Bitkom-Erhebung unter deutschen Tech-Startups setzen 48 Prozent selbstständige KI-Agenten ein, und 87 Prozent arbeiten mit generativen KI-Werkzeugen wie ChatGPT oder Claude. Die Erhebung umfasst 102 Startups und ist nicht repräsentativ, zeigt aber, wo das Feld hinläuft.
Dagegen steht der Gesamtmarkt: Laut der repräsentativen Bitkom-Erhebung zur Digitalisierung der Wirtschaft nutzen 41 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI aktiv, weitere 48 Prozent planen oder diskutieren. Ein Jahr davor waren erst 17 Prozent im Einsatz. Die Verdopplung innerhalb eines Jahres heißt praktisch: Der Vorsprung, den ein früh gebauter Agent bringt, schmilzt gerade - er ist aber noch da.
Was ohne Entwickler geht, ist inzwischen erstaunlich viel: Anfragen einordnen und beantworten, Termine koordinieren, Daten aus mehreren Quellen zusammentragen, Angebote nachfassen, Protokolle erzeugen, Inhalte entwerfen. Was nicht ohne Weiteres geht: die Anbindung eigener Systeme ohne Schnittstelle, harte Echtzeit-Anforderungen, regulierte Entscheidungen über Menschen. Wie viel Eigenständigkeit eine Aufgabe überhaupt verträgt, ordnet Die vier Stufen der Automatisierung ein.
Die vier Bauarten: von konfiguriertem Assistenten bis Eigenentwicklung
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Bevor du irgendetwas anlegst, entscheidest du die Bauart. Diese eine Entscheidung bestimmt Aufwand, Betriebskosten und Grenzen für die nächsten Jahre.
| Bauart | Was du dafür brauchst | Passt für |
|---|---|---|
| Konfigurierter Assistent im Chat-Werkzeug | Ein Abo, eine Aufgabenbeschreibung, Dokumente | Assistenz-Aufgaben, die ein Mensch anstößt |
| Agent auf einer Automatisierungsplattform | Plattform-Abo, Zugänge zu deinen Tools, Prozessverständnis | Abläufe, die von selbst starten und Systeme berühren |
| Agenten-Funktion im Fachsystem | Das Fachsystem selbst, Konfigurationsrechte | Aufgaben, die vollständig im CRM oder Helpdesk leben |
| Individuelle Entwicklung | Entwicklungskapazität, Betriebsverantwortung | Eigene Systeme ohne Schnittstelle, viele Agenten im Verbund |
Bauart 1, der konfigurierte Assistent, ist der Einstieg für fast alle. Du legst eine Rolle fest, hinterlegst Dokumente als Wissensstand und definierst Regeln, was der Assistent tun und lassen soll. Kein Code, kein Projekt, oft eine Stunde Arbeit. Dass das Massenpraxis ist, zeigt eine Zahl von OpenAI: Zwei Monate nach Öffnung der Konfigurations-Oberfläche waren über drei Millionen eigene Assistenten angelegt - ein Momentwert von Anfang 2024, aber ein deutlicher.
Bauart 2, der Agent auf einer Automatisierungsplattform, ist die Bauart mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung im Mittelstand. Hier läuft der Agent nicht in einem Chatfenster, sondern in einem Ablauf: Ein Auslöser startet ihn, er darf definierte Werkzeuge benutzen, das Ergebnis landet in deinem System. Die Plattform der Wahl ist meist n8n, weil sie selbst betrieben werden kann und die Daten damit im Haus bleiben. Wie sie sich von der bekannteren Alternative unterscheidet, steht in Zapier vs. n8n, die Kostenlogik in Was kostet n8n.
Bauart 3, die Agenten-Funktion im Fachsystem, ist die unterschätzte Option. Viele CRM-, Helpdesk- und Shop-Systeme haben inzwischen eigene Agenten-Bausteine. Wenn eine Aufgabe komplett innerhalb eines Systems liegt, ist das der kürzeste Weg - du sparst dir jede Schnittstelle. Der Preis ist Bindung: Du kannst den Agenten nicht mitnehmen.
Bauart 4, die individuelle Entwicklung, kommt seltener vor, als der Markt suggeriert. Sie ist richtig, wenn eigene Systeme ohne Schnittstelle angebunden werden müssen oder mehrere Agenten koordiniert zusammenarbeiten sollen. Als Startpunkt ist sie fast immer der teuerste Weg zur langsamsten Erkenntnis.
KI-Agent mit ChatGPT erstellen: der schnellste Einstieg und seine Grenze
Wer einen KI-Agenten mit ChatGPT erstellen will, kommt in einer Stunde weit. Du legst einen eigenen Assistenten an, beschreibst die Rolle, lädst die relevanten Dokumente hoch und definierst Regeln: was er darf, was er nicht darf, wie er antwortet, was er tun soll, wenn er etwas nicht weiß. Dasselbe Prinzip heißt in Claude "Projekt" und funktioniert dort mit einem eigenen Wissensstand pro Anwendungsfall. Eine Übersicht der Werkzeuge und wofür sie taugen steht in unserem Guide zu KI-Tools für Unternehmen.
Diese Variante ist stark für Assistenz: ein Angebotsschreiber, der euren Tonfall kennt. Eine Rechercheinstanz, die immer dieselben Kriterien anlegt. Ein Auswerter, der Protokolle in eine feste Struktur bringt. Für diese Fälle ist sie oft die richtige Antwort und nicht nur der erste Schritt.
Die Grenze ist immer dieselbe, und sie ist hart: Solche Assistenten warten. Sie tun nichts, bis ein Mensch ein Fenster öffnet und tippt. Sie laufen nicht nachts, sie starten nicht bei einer eingehenden E-Mail, sie schreiben nichts in dein CRM zurück. Sobald einer dieser drei Punkte gebraucht wird, ist die Bauart gewechselt - nicht das Werkzeug ist schuld, die Aufgabe ist eine andere geworden. Genau an dieser Stelle scheitern die meisten Selbstbau-Versuche: nicht am Bauen, sondern an einer Aufgabe, die nachträglich größer wurde als die gewählte Bauart.
KI-Agent erstellen in sieben Schritten
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1. Die Aufgabe eng schneiden
Nimm eine Aufgabe, nicht einen Bereich. "Eingehende Website-Anfragen einordnen und mit der passenden Rückfrage beantworten" ist eine Aufgabe. "Den Vertrieb unterstützen" ist ein Bereich - daraus wird kein Agent, sondern ein Dauerprojekt. Die Faustregel: Wenn du die Aufgabe nicht in zwei Sätzen beschreiben kannst, ist sie zu groß.
2. Den Ablauf aufschreiben, bevor ein Werkzeug geöffnet wird
Vier Fragen, schriftlich: Was löst aus? Welche Informationen braucht der Schritt? Was ist das Ergebnis? Wer prüft es? Ein Ablauf, den niemand aufschreiben kann, lässt sich nicht automatisieren - er wird nur unsichtbar. Diese Vorarbeit entscheidet mehr über das Ergebnis als jede Werkzeugwahl.
3. Die Datenbasis prüfen
Ein Agent ist genau so gut wie das, was er lesen darf. Prüfe vorher: Sind die Informationen aktuell? Widersprechen sich zwei Quellen? Steht die verbindliche Fassung an einer Stelle oder in vier Versionen auf verschiedenen Laufwerken? Widersprüchliche Quellen sind die häufigste Ursache für Antworten, die plausibel klingen und falsch sind.
4. Die Bauart wählen
Jetzt, nicht vorher. Braucht der Agent einen Auslöser ohne Menschen, Zugriff auf Systeme oder Dauerbetrieb, ist es Bauart 2. Bleibt alles in einem Fachsystem, ist es Bauart 3. Wartet er auf einen Menschen, reicht Bauart 1. Und wenn ein fester Ablauf ohne eigene Entscheidungen genügt, baue keinen Agenten: Anthropic empfiehlt in seinem Engineering-Leitfaden ausdrücklich, die einfachste mögliche Lösung zu wählen und Komplexität erst zu erhöhen, wenn es nötig ist.
5. Werkzeuge und Grenzen festlegen
Der Teil, der am häufigsten vergessen wird. Definiere, welche Werkzeuge der Agent benutzen darf, mit welchen Rechten, und wo er anhalten muss. Lesende Rechte sind harmlos, schreibende brauchen eine Begründung. Alles mit Außenwirkung - versenden, buchen, löschen, veröffentlichen - bekommt am Anfang eine menschliche Freigabe.
6. Mit echten Fällen testen, nicht mit Beispielen
Nimm zwanzig echte Vorgänge aus den letzten Wochen, inklusive der unangenehmen: unvollständige Anfragen, doppelte Datensätze, Sonderfälle. Ein Agent, der nur die saubere Hälfte kennt, fällt im Alltag genau bei der anderen um. Lass ihn parallel mitlaufen, während der Mensch weiterarbeitet, und vergleiche die Ergebnisse.
7. Eine Person benennen, die ihn pflegt
Kein Agent bleibt von allein richtig. Tools ändern sich, Prozesse verschieben sich, Formulierungen veralten. Es braucht keine neue Stelle, aber einen Namen: Wer schaut hin, wer korrigiert, wer entscheidet über Ausweitung. Agenten ohne Zuständigkeit verwahrlosen innerhalb von Monaten - das ist der Hauptgrund, warum Gartner damit rechnet, dass über 40 Prozent der Agenten-Projekte bis Ende 2027 abgebrochen werden.
Worauf du beim Erstellen achten solltest
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Rechte so eng wie möglich
Gib dem Agenten den kleinsten Zugriff, mit dem die Aufgabe funktioniert. Ein eigener technischer Zugang pro Agent statt eines geteilten Admin-Kontos, lesend wo möglich, schreibend nur wo nötig. Der Aufwand dafür ist einmalig, der Nutzen dauerhaft: Du kannst jederzeit nachvollziehen, was der Agent getan hat, und ihn abschalten, ohne andere Abläufe zu treffen.
Kosten pro Durchlauf, nicht pro Monat
Bei einem Agenten steigen die Modellkosten mit jedem Denkschritt und jedem gelesenen Dokument. Ein Agent, der bei jedem Durchlauf ein 40-seitiges Handbuch mitliest, kostet ein Vielfaches eines Agenten, der die relevante Passage nachschlägt. Rechne früh mit einer Zahl pro Durchlauf und multipliziere sie mit dem echten Volumen - nicht mit dem geschätzten.
Kennzeichnung bei Publikumskontakt
Sobald Menschen mit deinem Agenten sprechen, greifen die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Act, gültig seit dem 2. August 2026: Nutzer müssen erkennen können, dass sie mit einem KI-System interagieren. Für einen Chat-Agenten auf der Website oder einen Telefonagenten heißt das ein klarer Hinweis am Gesprächsanfang. Die Fristen im Überblick stehen im Artikel zum EU AI Act, unseren eigenen Umgang damit dokumentieren wir offen unter KI-Transparenz. Das ist keine Rechtsberatung, sondern der Ausgangspunkt für die eigene Prüfung. Dazu gehört die zweite Pflicht aus Artikel 4: Wer KI im Unternehmen einsetzt, braucht KI-Kompetenz im Team - Details in der KI-Schulungspflicht.
Ausgabe mit Substanz, wenn sie öffentlich wird
Erstellt dein Agent Inhalte, die veröffentlicht werden, entscheidet nicht die Menge, sondern die Belegbarkeit. Generative Antwortsysteme bewerten die Verlässlichkeit einer Quelle, bevor sie sie verwenden - Google hat genau dieses Prinzip als Trustworthiness-Score patentiert. Ein Agent, der zehn belanglose Texte pro Woche produziert, erzeugt keine Sichtbarkeit, sondern Wartungsaufwand.
Häufige Fehler beim Erstellen eines KI-Agenten
Fehler 1: Agent bauen, wo ein Ablauf gereicht hätte. Der teuerste Fehler, und der häufigste. Ein Agent, der jedes Mal neu entscheidet, ist schwerer zu prüfen und teurer im Betrieb als ein fester Ablauf, der immer dasselbe tut. Frage bei jeder Aufgabe zuerst: Muss hier wirklich etwas entschieden werden, oder gibt es nur eine richtige Reihenfolge?
Fehler 2: Keine schriftliche Bauvorschrift. In unserem eigenen Betrieb läuft ein Agent, der die Artikel für dieses Blog schreibt: Er nimmt ein Thema aus einer geordneten Liste, recherchiert, prüft Quellen, baut den Beitrag und legt ihn zur Freigabe vor. Die erste Fassung dieses Agenten hatte alles außer einer festen Vorschrift - und lieferte bei jedem Durchlauf ein anderes Format, andere Tiefe, andere Struktur. Erst eine versionierte, schriftliche Bauvorschrift mit Pflicht-Bestandteilen und Prüfschritten hat den Ablauf verlässlich gemacht. Nicht das Modell war der Engpass, sondern die fehlende Regel.
Fehler 3: Keine Bremse vor Außenwirkung. Derselbe Agent darf bis heute nichts allein veröffentlichen. Er baut, prüft sich selbst gegen eine Gate-Liste und legt vor - freigegeben wird von einem Menschen. Das kostet Minuten pro Artikel und hat mehrfach verhindert, dass eine unbelegte Zahl live geht. Wo ein Agent nach außen wirkt, ist der Prüfschritt keine Bremse, sondern das, was den Betrieb überhaupt möglich macht.
Fehler 4: Zu breit starten. Zwei Aufgaben in einem Agenten sind nicht doppelt so viel Arbeit, sondern viermal. Jede zusätzliche Zuständigkeit vervielfacht die Fälle, die schiefgehen können, und macht die Fehlersuche unübersichtlich. Ein Agent, eine Aufgabe - Ausweitung erst, wenn die erste Aufgabe vier Wochen stabil läuft.
Fehler 5: Der Agent ersetzt das Nachdenken über den Prozess. Ein kaputter Ablauf wird durch Automatisierung nicht besser, sondern schneller kaputt. Wenn Anfragen heute liegen bleiben, weil niemand zuständig ist, löst ein Agent das nicht - er produziert nur schneller unbearbeitete Vorgänge. Warum technische Bereitschaft und echte Produktivität zwei verschiedene Dinge sind, steht in KI-ready, aber nicht produktiv.
Wann sich selbst erstellen lohnt - und wann nicht
Für Selbstständige und kleine Teams lohnt sich der Selbstbau fast immer bei Bauart 1. Ein konfigurierter Assistent für die drei Texte, die ständig anfallen, ist an einem Vormittag fertig und ersetzt keine Stelle, sondern das Liegenbleiben. Hier ist externe Hilfe meist unnötig.
Für den klassischen Mittelstand mit 20 bis 250 Beschäftigten ist die Antwort geteilt. Den ersten Agenten auf einer Plattform selbst zu bauen ist lehrreich und meist machbar, wenn intern jemand die Prozesse kennt und Systeme verdrahten kann. Ab dem dritten Agenten verschiebt sich der Aufwand vom Bauen zum Betreiben: Überwachung, Fehlerbenachrichtigung, Anpassung bei jeder Tool-Änderung. Genau an dieser Stelle kippt die Rechnung, weil Betrieb kein Projekt ist, sondern Dauerlast.
Für größere Organisationen ist der Selbstbau selten die Frage. Dort entscheidet Governance: Wer darf welche Daten anbinden, wie wird dokumentiert, wie wird geprüft. Der Bau ist der kleinste Posten.
Der Umkehrschluss gehört dazu: Bei einer Aufgabe, die ein paar Mal im Jahr anfällt, bei einer Datenlage, die niemand verantworten will, oder ohne eine Person, die den Agenten pflegt, ist Nichtbauen die günstigere Entscheidung. Ein abgeschalteter Agent kostet nichts. Ein vergessener kostet Vertrauen.
So entscheidest du dich
Drei Fragen, dann ist der Weg klar. Erstens: Welche Aufgabe kommt mindestens wöchentlich vor und lässt sich in zwei Sätzen beschreiben? Zweitens: Muss der Agent von selbst starten oder auf Systeme zugreifen? Wenn nein, ist Bauart 1 dein Startpunkt, und du brauchst niemanden dafür. Wenn ja, ist es Bauart 2 - und die Frage verschiebt sich vom Bauen zum Betreiben. Drittens: Wer im Team pflegt ihn? Ohne Antwort auf diese Frage ist jedes Bauen verfrüht.
Wo Begleitung wirklich trägt, ist nicht der Bau, sondern die Einordnung: welche Aufgabe überhaupt einen Agenten braucht, welche ein fester Ablauf erledigt, in welcher Reihenfolge gebaut wird und wie der Betrieb aussieht, wenn drei Agenten gleichzeitig laufen. Genau diese Arbeit ist unser Alltag seit über 600 Projekten - dokumentiert in 514 Bewertungen mit einem Schnitt von 4,96 und einer Empfehlungsquote von 98 Prozent. Ist die Richtung noch offen, ist eine KI-Strategie-Beratung der kürzere Weg als der vierte Werkzeugtest. Soll aus einzelnen Schritten eine durchgehende Kette werden, setzt die Arbeit einer n8n-Agentur an; soll ein fertiger Agent laufen, ohne dass du ein Team dafür aufbaust, ist Rent an Agent das Modell. Für den Agenten am Telefon gibt es den KI-Telefonassistenten und die Einordnung in KI-Telefonie, für den Agenten auf der Website den KI-Chatbot. Wie sich mehrere Agenten zu einem Ablauf über Abteilungen hinweg fügen, zeigt der Artikel zur Prozessautomatisierung mit KI im Mittelstand.
Vertrauen gewinnt Kunden. KI gewinnt Zeit - aber nur, wenn jemand vorher entschieden hat, wofür.
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KI-Agent mietenHäufig gestellte Fragen
Du beschreibst zuerst die Aufgabe so genau, dass ein neuer Mitarbeiter sie erledigen könnte: Auslöser, benötigte Informationen, erlaubte Schritte, Ergebnis, Prüfinstanz. Dann wählst du die Bauart - vom konfigurierten Assistenten in einem Chat-Werkzeug bis zum Agenten auf einer Automatisierungsplattform. Anschließend hinterlegst du Wissen und Werkzeuge, testest mit echten Fällen und setzt einen Prüfschritt vor jede Aktion mit Außenwirkung. Der letzte Schritt ist der wichtigste: eine Person benennen, die den Agenten pflegt.
Ja, für Assistenz-Aufgaben. In ChatGPT lassen sich eigene Assistenten mit fester Rolle, hinterlegten Dokumenten und definierten Regeln anlegen, ganz ohne Programmierung - in Claude gibt es dafür Projekte mit eigenem Wissensstand. Die Grenze ist die Auslösung: Solche Assistenten warten darauf, dass jemand ein Fenster öffnet und tippt. Sobald der Agent von selbst starten, auf Systeme zugreifen oder rund um die Uhr laufen soll, brauchst du eine Automatisierungsplattform im Hintergrund.
Für die ersten beiden Bauarten nicht. Konfigurierte Assistenten und Agenten auf Plattformen wie n8n entstehen über Konfiguration und Verdrahtung, nicht über Code. Gebraucht wird stattdessen etwas anderes: Prozessverständnis, saubere Datenhaltung und die Disziplin, den Agenten eng zu halten. Erst wenn eigene Systeme ohne Schnittstelle angebunden werden oder viele Agenten zusammenspielen sollen, kommt echte Entwicklung ins Spiel.
Ein konfigurierter Assistent für eine klar umrissene Aufgabe ist an einem Vormittag einsatzbereit. Ein Agent, der auf einer Plattform läuft, an ein CRM angebunden ist und ohne Aufsicht arbeitet, braucht realistisch zwei bis sechs Wochen - der größere Teil davon entfällt nicht auf den Bau, sondern auf die Klärung von Datenqualität, Rechten und Zuständigkeit. Erste Ergebnisse sollten trotzdem in Woche eins sichtbar sein, sonst ist die Aufgabe zu breit geschnitten.
Die Kosten hängen an drei Posten, nicht an einer Lizenz: an den Modellkosten pro Aufruf, die mit dem Textumfang und der Zahl der Denkschritte steigen, am Abo der Plattform, auf der der Agent läuft, und an der Pflege. Der dritte Posten wird am häufigsten unterschätzt und ist bei einem Agenten, der lange läuft, der größte. Eine belastbare Zahl entsteht deshalb erst, wenn Aufgabe, Volumen und Betriebsmodell geklärt sind.
Quellen & Belege
- Anthropic: Building Effective Agents — Anthropics Engineering-Leitfaden unterscheidet Workflows ("LLMs and tools are orchestrated through predefined code paths") von Agenten ("LLMs dynamically direct their own processes and tool usage") und empfiehlt ausdrücklich: "we recommend finding the simplest solution possible, and only increasing complexity when needed".
- Bitkom: Jedes zweite Startup setzt selbstständige KI-Agenten ein (27. Juli 2026) — 48 Prozent der deutschen Tech-Startups haben KI-Agenten im Einsatz, 87 Prozent nutzen generative KI-Werkzeuge wie ChatGPT oder Claude, 65 Prozent entwickeln eigene KI-Anwendungen. Befragung von 102 Tech-Startups, KW 21 bis 27 2026 - nicht repräsentativ, aber aussagekräftig als Stimmungsbild.
- Bitkom: Digitalisierung der Wirtschaft 2026 - fast jedes Unternehmen beschäftigt sich mit KI (11. März 2026) — 41 Prozent der Unternehmen nutzen KI bereits, 48 Prozent planen es oder diskutieren darüber. Ein Jahr davor waren es erst 17 Prozent im Einsatz. Repräsentative telefonische Befragung von 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, KW 2 bis 6 2026.
- OpenAI: Introducing the GPT Store (10. Januar 2024) — Zwei Monate nach Öffnung der Konfigurations-Oberfläche waren über drei Millionen eigene Assistenten angelegt - der Beleg dafür, dass das Erstellen ohne Entwicklung längst Massenpraxis ist. Die Zahl ist ein Momentwert von Anfang 2024 und wurde seither nicht offiziell fortgeschrieben.
- EU AI Act, Artikel 50 - Transparenzpflichten — Nutzer müssen erkennen können, dass sie mit einem KI-System interagieren, sofern das nicht offensichtlich ist. Die Transparenzpflichten gelten seit dem 2. August 2026 - relevant für jeden selbst erstellten Agenten mit Publikumskontakt.
- Gartner: Over 40% of Agentic AI Projects Will Be Canceled by End of 2027 — Über 40 Prozent der Agenten-Projekte werden bis Ende 2027 abgebrochen - wegen steigender Kosten, unklarem Nutzen und fehlenden Kontrollen. Die Abbruchgründe sind fast nie technisch.
- Google-Patent US11769017B1 - Trustworthiness für generative Antworten — Vertrauens-Score als Auswahlkriterium generativer Antwortsysteme - der Grund, warum ein Agent, der öffentliche Inhalte ohne belegte Substanz produziert, in KI-Antworten nicht zitiert wird.
