Achtzig Seiten Ausschreibung, ein Stundenprotokoll, vier Wochen Mailverlauf: Der Stapel wächst schneller, als jemand ihn lesen kann. Deshalb ist die Zusammenfassung zur beliebtesten KI-Anwendung im Alltag geworden. Laut Bitkom nutzen 40 Prozent der KI-Nutzenden in Deutschland die Technik, um längere Texte zusammenzufassen - nur Texte schreiben und Übersetzen liegen noch davor.
Und deshalb ist sie auch die am stärksten unterschätzte. Eine Zusammenfassung ist kein Auszug, sondern eine Entscheidung darüber, was wichtig ist - getroffen von einem Modell, das nicht weiß, was für dich auf dem Spiel steht. Die Forschung zeigt inzwischen präzise, wohin das kippt: In einer Untersuchung von 4.900 Zusammenfassungen wissenschaftlicher Arbeiten enthielten die maschinell erzeugten fast fünfmal häufiger überdehnte Verallgemeinerungen als die von Fachleuten.
Dieser Artikel zeigt beide Hälften: wie du in Minuten eine brauchbare KI-Zusammenfassung von Text, PDF oder Video bekommst - und mit welcher Prüfschleife daraus keine falsche Entscheidung wird. Der Aufwand dafür ist kleiner, als die meisten denken, aber nicht null. Genau darin liegt der Unterschied.
Was ist eine KI-Zusammenfassung? Definition und Einordnung
Eine KI-Zusammenfassung ist ein von einem Sprachmodell erzeugter Kurztext, der den Inhalt einer längeren Quelle - Dokument, PDF, Transkript, Video oder Mailverlauf - auf die aus Sicht des Modells zentralen Aussagen verdichtet.
Technisch passiert dabei nichts Geheimnisvolles: Das Modell zerlegt die Quelle in Token, hält sie im Kontextfenster und erzeugt daraus Satz für Satz die wahrscheinlichste Verdichtung. Die entscheidende Eigenschaft steckt darin: Es ist neuer Text, kein Ausschnitt des alten. Deshalb kann eine Zusammenfassung sprachlich einwandfrei sein und trotzdem etwas behaupten, was in der Quelle nicht steht.
Das unterscheidet die KI-Zusammenfassung von der Suchfunktion und vom manuell markierten Absatz: Du bekommst keinen Beleg, sondern eine Behauptung über einen Beleg - solange du nicht ausdrücklich beides verlangst. Was Sprachmodelle darüber hinaus leisten und wo ihre Grenzen liegen, ordnet unser Überblick was KI heute wirklich kann ein.
Wichtig ist auch die Abgrenzung zum Protokoll: Ein Protokoll ist ein Ergebnisdokument mit Beschlüssen, Zuständigkeiten und Fristen, eine Zusammenfassung ist ein Leseersatz. Wer das verwechselt, verliert genau die Teile, auf die es ankommt - was kurz sein soll, kann nicht alles behalten.
Warum KI-Zusammenfassungen zum Standardwerkzeug geworden sind
Der erste Grund ist die Verfügbarkeit. Zusammenfassen war lange eine Spezialdisziplin mit eigener Software, heute ist es Standardfunktion in Sprachmodellen, Notiz-Apps, Videoplattformen und Mailprogrammen - die Hürde liegt bei null.
Der zweite Grund steht in aktuellen Zahlen. Bei den Menschen in Deutschland, die KI nutzen, führen Textaufgaben die Liste an: 50 Prozent schreiben oder verbessern damit Texte, 41 Prozent übersetzen, 40 Prozent fassen längere Texte zusammen. Auf Unternehmensseite hat der Einsatz die Schwelle zur Mehrheit überschritten - laut Bitkom nutzen erstmals 57 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI. Zusammenfassen ist fast immer der Einstieg, weil es risikolos aussieht: kein Außenauftritt, kein geänderter Prozess, nur jemand, der schneller etwas nachsieht.
Der dritte Grund ist der Druck dahinter: Die Menge an Text pro Entscheidung wächst, die Zeit pro Entscheidung nicht - eine Dynamik, die wir im Beitrag zum KI-Overload beschrieben haben. Die Zusammenfassung ist die naheliegende Antwort. Sie taugt aber nur, wenn du dem Ergebnis trauen kannst, und darüber entscheidet die Bauweise.
Extraktiv oder abstraktiv: der Unterschied, der über die Fehler entscheidet
Mit KI erzeugtes Bild
Für die Praxis ist das die wichtigste Unterscheidung, und sie fällt in kaum einem Ratgeber. Beide Verfahren kürzen, machen aber unterschiedliche Fehler - du wählst, mit welcher Fehlerart du leben willst.
| Verfahren | Wie es arbeitet | Stark bei | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| Extraktiv | Reiht die wichtigsten Sätze der Quelle unverändert auf | Verträge, Protokolle, alles mit Beweislast - jeder Satz ist nachweisbar | Holprig; ein Satz ohne Vorgängersatz kann irreführen |
| Abstraktiv | Formuliert den Inhalt neu, wie ein Mensch nacherzählt | Lange Berichte und Transkripte, alles Lesbare | Überdehnung: aus "kann" wird "ist", aus "in Einzelfällen" die Regel |
| Hybrid mit Beleg-Pflicht | Formuliert frei, hängt an jede Aussage Zitat und Fundstelle | Der Alltagsfall: Lesbarkeit und Nachprüfbarkeit zugleich | Länger, und du musst die Belege wirklich prüfen |
Praktisch jedes Sprachmodell arbeitet ohne weitere Anweisung abstraktiv. Das ist der Grund, warum KI-Zusammenfassungen sich so gut lesen - und warum sie die Schärfe verlieren, die in der Quelle oft das Entscheidende ist. Ein Gutachten, das "unter bestimmten Bedingungen" formuliert, wird in der Kurzfassung zur klaren Empfehlung. Niemand hat gelogen, die Aussage ist trotzdem falsch.
Der dritte Weg ist der, den du im Berufsalltag willst: ein paar Zeilen mehr im Prompt, und aus der Erzählung wird ein prüfbares Dokument. Wie solche Anweisungen aufgebaut sind, zeigt unser Leitfaden zum Schreiben guter Prompts.
Wie du eine KI-Zusammenfassung erstellst: Schritt für Schritt
Der Ablauf ist bei Text, PDF und Transkript derselbe. Wer ihn einhält, holt aus demselben Werkzeug ein belastbareres Ergebnis als jemand, der nur "fasse das zusammen" tippt.
1. Zweck festlegen, bevor du etwas hochlädst
Eine Zusammenfassung ohne Zweck ist eine Zufallsauswahl. Sag in einem Satz, wofür du sie brauchst: Angebot kalkulieren, Risiken im Vertrag finden, Beschlüsse nachtragen. Daraus leitet das Modell ab, was weg darf. Ohne diesen Satz entscheidet es nach Textmenge - und die längste Passage ist selten die wichtigste.
2. Format und Länge vorgeben
Verlange Struktur statt Block: fünf Kernaussagen, dann offene Punkte, dann Zahlen und Fristen als Tabelle. Nenne eine Obergrenze. Ohne Vorgabe liefern Modelle eine mittlere Länge, die für den Überblick zu lang und für die Prüfung zu kurz ist.
3. Beleg-Pflicht in den Prompt schreiben
Der wirksamste einzelne Satz: "Nenne zu jeder Aussage das wörtliche Zitat aus der Quelle und die Fundstelle mit Seiten- oder Zeitangabe. Wenn eine Aussage nicht belegbar ist, lass sie weg." Das macht aus der Behauptung etwas Nachprüfbares - und zeigt sofort, wo das Modell spekuliert.
4. Unsicherheiten ausdrücklich abfragen
Frag in einem zweiten Durchgang gezielt nach: Was ist in der Quelle offen, widersprüchlich oder nur mit Einschränkung formuliert? Diese Frage holt die Nuancen zurück, die das Verdichten als Erstes herausdrückt - oft ist die Antwort wertvoller als die Zusammenfassung selbst.
5. Stichprobe gegen die Quelle
Prüfe zwei bis drei Aussagen im Original - nicht alle, sonst war die Übung sinnlos. Nimm die Aussagen, die eine Entscheidung tragen: Zahlen, Fristen, Haftung, Zusagen. Wo das Modell "ist" schreibt und die Quelle "kann" sagt, hast du den Standardfehler gefunden.
6. Die Zusammenfassung dorthin legen, wo weitergearbeitet wird
Der am häufigsten fehlende Schritt. Eine Zusammenfassung im Chatfenster ist nach zwei Tagen verloren; sie gehört ins Projektwerkzeug, ins CRM, in die Aufgabenliste - dorthin, wo die nächste Handlung passiert. Für Besprechungen zeigt das der Beitrag zu KI im Projektmanagement, für Postfächer der zu KI in E-Mails.
PDF zusammenfassen mit KI: der Sonderfall Länge
Mit KI erzeugtes Bild
Die KI-Zusammenfassung von PDF-Dokumenten ist der häufigste Anwendungsfall - und der mit der unauffälligsten Fehlerquelle. Sie heißt Länge. Große Kontextfenster suggerieren, dass Dokumentgröße erledigt sei; der NoLiMa-Benchmark 2025 zeigt das Gegenteil: Von 13 Modellen mit mindestens 128.000 Token Kontext fielen 11 bei 32.000 Token auf die Hälfte ihrer Ausgangsleistung oder darunter. GPT-4o startete bei 99,3 Prozent, lag bei 32.000 Token noch bei 69,7 Prozent und bei 128.000 Token bei 56 Prozent. Der Grund ist die Aufmerksamkeitsmechanik: Je mehr Text im Fenster liegt, desto schwerer findet das Modell die Stelle, die nicht wörtlich zur Frage passt. Eine Klausel, die anders formuliert ist als deine Frage, verschwindet in der Mitte eines langen Dokuments zuverlässig. Daraus folgt ein Vorgehen nach Dokumentlänge:
| Umfang | Vorgehen | Worauf achten |
|---|---|---|
| Bis ca. 40 Seiten | In einem Durchgang, mit Beleg-Pflicht | Reicht meist ohne Aufteilung |
| 40 bis 150 Seiten | Kapitelweise zusammenfassen, dann die Teilergebnisse zusammenführen | Jedes Teilergebnis mit Seitenzahlen, sonst ist die Fundstelle verloren |
| Über 150 Seiten | Aufteilen und gezielt fragen statt zusammenfassen | "Wo steht etwas zu Haftung, Kündigung, Verzug?" findet mehr als jede Gesamtkurzfassung |
Zwei technische Fallen kommen dazu. Erstens: Ein gescanntes PDF ist ein Bild. Ohne saubere Texterkennung fasst das Modell zusammen, was es erkennen konnte, und schweigt über den Rest - prüf bei Scans immer, ob der Text markierbar ist. Zweitens verlieren Tabellen und Fußnoten beim Einlesen oft ihre Struktur, Zahlen rutschen in die falsche Spalte. Bei Zahlenwerken ist die Stichprobe deshalb Pflicht. Für regelmäßige Belegstapel ist die bessere Antwort ohnehin nicht das Zusammenfassen, sondern das strukturierte Auslesen wie in der KI-Buchhaltung.
Video- und Audio-Zusammenfassung mit KI
Eine Video-Zusammenfassung mit KI entsteht in zwei Schritten: Erst erzeugt ein Spracherkennungsmodell ein Transkript, dann verdichtet ein Sprachmodell dieses Transkript. Das klingt nach einem Detail, ist aber der Kern - Fehler entstehen an zwei Stellen statt an einer, und die erste sieht man hinterher nicht mehr.
Spracherkennung erfindet unter schlechten Bedingungen Text. Eine auf der FAccT-Konferenz 2024 vorgestellte Untersuchung fand erfundene Passagen in 1,7 Prozent der Audioabschnitte von Sprechenden mit Aphasie und in 1,2 Prozent der Abschnitte ohne; rund 40 Prozent dieser Einschübe waren inhaltlich bedenklich. Ausgelöst wurden sie von Pausen und Störgeräuschen. Das sind kleine Prozentwerte - bei einem Stundenmeeting mit Nebengeräuschen und Durcheinanderreden reicht ein erfundener Halbsatz an der falschen Stelle.
Praktisch heißt das: Tonqualität ist kein Komfortthema, sondern die Grundlage der Zusammenfassung. Nimm die Aufzeichnung des Konferenzsystems statt des Raummikrofons, lass Sprecher trennen und verlange Zeitmarken zu jeder Aussage. Zahlen, Namen und Zusagen prüfst du an der Tonspur, nicht im Transkript. Die Werkzeugseite dazu steht im Beitrag zum Erstellen von Videos mit KI.
Worauf du bei KI-Zusammenfassungen achten solltest
Überdehnung: der Standardfehler, nicht die Halluzination
Die meisten Warnungen vor KI zielen auf frei Erfundenes. Beim Zusammenfassen liegt das Problem woanders und ist besser dokumentiert: In Royal Society Open Science wurden 4.900 von zehn Modellen erzeugte Zusammenfassungen wissenschaftlicher Texte ausgewertet. Überdehnte Verallgemeinerungen traten in 26 bis 73 Prozent der Fälle auf, abhängig vom Modell. Gegenüber Zusammenfassungen von Fachleuten war das Risiko fast fünffach erhöht.
Zwei Befunde daraus zählen für die Praxis. Erstens machte die Bitte um Genauigkeit es schlimmer: Der Genauigkeits-Prompt verdoppelte die Überdehnungen. "Fasse das bitte präzise zusammen" ist also keine Absicherung. Zweitens unterschieden sich die Modelle deutlich, die Claude-Modelle lagen am unteren Ende. Zusammen ergibt das die Regel: Modellwahl hilft, ersetzt die Beleg-Pflicht aber nicht.
Fehlende Quellen und fehlender Kontext
Wo KI-Systeme aus mehreren Quellen zusammenfassen, kommt ein zweites Problem hinzu. Die gemeinsame Untersuchung von EBU und BBC vom Oktober 2025 prüfte über 3.000 Antworten führender KI-Assistenten in 14 Sprachen: 45 Prozent enthielten mindestens ein erhebliches Problem, 81 Prozent irgendeinen Mangel. Häufigster Einzelbefund waren Quellenprobleme mit 31 Prozent, dann faktische Fehler mit 20 und fehlender Kontext mit 14 Prozent. Für dich heißt das: Eine Zusammenfassung ohne benannte Quelle ist keine Information, sondern eine Stimmung.
Vertraulichkeit, bevor die Datei hochgeht
Vor der Frage, welches Werkzeug gut zusammenfasst, steht die Frage, was hinein darf: Auftragsverarbeitung, Serverstandort, Trainingsnutzung deiner Eingaben. Bei Personaldaten, Mandanten- und Patientenunterlagen sowie fremdem Vertragsmaterial ist das keine Formsache. Die Reihenfolge lautet: erst klären, dann hochladen.
KI-Kompetenz ist bereits Pflicht
Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Artikel 4 des EU AI Act, dass Anbieter und Betreiber von KI-Systemen nach besten Kräften ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz ihres Personals sicherstellen. Das gilt unabhängig von Risikoklasse und Unternehmensgröße, also auch für das Team, das Dokumente zusammenfassen lässt. Vorgeschrieben ist kein Zertifikat, wohl aber eine nachweisbare Maßnahme. Die Einordnung stammt nicht aus zweiter Hand: René Tzschoppe ist EU AI Act Beauftragter mit TÜV Rheinland geprüfter Qualifikation, extern bestätigt über das Prüfzeichen 0217466644 bei Certipedia. Eine Rechtsberatung ist dieser Artikel damit nicht. Den Gesamtüberblick liefert unser Leitfaden zum EU AI Act, die Termine der Fristen-Fahrplan für KMU, und was die Kompetenzpflicht praktisch bedeutet, steht im Beitrag zur KI-Schulungspflicht - umsetzen lässt sie sich als KI-Schulung.
Häufige Fehler bei KI-Zusammenfassungen
Mit KI erzeugtes Bild
Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von Kürze mit Klarheit. Ein kurzer Text wirkt entschieden, auch wenn die Quelle unentschieden war - wer das nicht gegenprüft, übernimmt eine Sicherheit, die es nie gab. Der zweite Fehler ist das Zusammenfassen ohne Zweck: Das Ergebnis ist dann beliebig richtig und für die anstehende Entscheidung unbrauchbar. Der dritte ist die Annahme, ein großes Kontextfenster ersetze das Aufteilen langer Dokumente.
Der vierte Fehler ist der teuerste, und wir haben ihn selbst gemacht. Unsere Gesprächsprotokolle entstehen automatisch: Die Aufzeichnung eines Kundengesprächs läuft in einen Workflow, ein Sprachmodell erzeugt das Protokoll, daraus werden Aufgaben im Projektsystem. Anfangs lief das als eigener Ablauf pro Mitarbeitenden, sieben Stück. Das Ergebnis waren doppelte Protokolle zum gleichen Termin und Aufgaben beim falschen Zuständigen. Im April 2026 haben wir die sieben Abläufe zu einem zusammengelegt, mit Erkennung der zuständigen Person über die Aufzeichnungsadresse und einem Dubletten-Index über die Termin-Kennung.
Die Lehre ist unbequem, weil sie nicht von der KI handelt: Die Zusammenfassung war nie das Problem, das Modell erzeugte von Anfang an brauchbare Protokolle. Kaputt war alles um sie herum - Zuordnung, Dubletten, Ablageort. Aus über 600 umgesetzten Projekten seit 2012 ist das der wiederkehrende Befund: Der Engpass liegt selten im Modell, sondern in der Mechanik, die das Ergebnis an den richtigen Ort bringt. Wie sie gebaut wird, zeigt der Beitrag zur Automatisierung mit n8n.
Der fünfte Fehler fällt erst spät auf: kein Nachweis, was zusammengefasst wurde. Kommt drei Monate später die Frage, woher eine Zahl stammt, ist die Quelle nicht mehr auffindbar. Fundstelle und Quellenversion gehören in die Zusammenfassung, nicht in die Erinnerung. Dass KI im Spiel war, machen wir zusätzlich sichtbar - für diese Website in einer öffentlichen Angabe zur KI-Nutzung.
Wann sich KI-Zusammenfassungen lohnen - und wann nicht
Für kleine und mittlere Unternehmen ist der Fall eindeutig, sobald dieselbe Lesearbeit wiederkehrt: Lieferantenangebote, Bewerbungsunterlagen, Gesprächsprotokolle, Behördenpost. Der Hebel liegt nicht in der einzelnen Zusammenfassung, sondern in der Wiederholung - zehn Minuten pro Vorgang, fünfzig Vorgänge im Monat. Genau hier wird aus dem Werkzeug ein Prozess: Eingang, Verdichtung mit Beleg, Ablage, Aufgabe. Dieselbe Logik wie bei jeder anderen Prozessautomatisierung mit KI, in der Praxis der Aufgabenbereich einer n8n-Agentur.
Für größere Organisationen verschiebt sich die Frage von "welches Werkzeug" zu "welche Regeln": Wer darf welche Dokumentklassen einspeisen, welche Belegtiefe gilt bei Verträgen, wo bleibt ein Mensch verbindlich zuständig, wie wird die Nutzung nachgewiesen? Ohne diese Festlegungen entstehen Schatten-Abläufe, in denen vertrauliche Unterlagen über private Konten laufen. Die Werkzeugauswahl ist dann der einfache Teil - eine Übersicht geben die wichtigsten KI-Tools.
Nicht lohnend ist die KI-Zusammenfassung, wenn das Lesen selbst die Arbeit ist. Bei einem Vertrag, den du verhandelst, oder einer Bilanz, die du unterschreibst, ersetzt keine Kurzfassung das Lesen. Hier ist die Zusammenfassung ein Navigationswerkzeug: Sie sagt dir, wo du genau lesen musst - wertvoll, aber etwas anderes als ein Leseersatz.
So entscheidest du dich
Die ehrliche Einordnung lautet: Eine KI-Zusammenfassung zu erzeugen ist kein Problem mehr - jedes aktuelle Sprachmodell liefert in Sekunden flüssigen Text. Der Unterschied zwischen einer bequemen Abkürzung und einer belastbaren Grundlage entsteht an drei Stellen: beim Zweck, den du vorher festlegst, bei der Beleg-Pflicht im Prompt und bei der Stichprobe, die du danach tatsächlich machst.
Fang beim nächsten Dokument damit an: ein Satz zum Zweck, eine Längenvorgabe, die Beleg-Pflicht, zwei geprüfte Aussagen - und ein Ablageort, der nicht das Chatfenster ist. Das kostet fünf Minuten und verändert, was du mit dem Ergebnis anfangen darfst. Kommt derselbe Dokumententyp mehrmals im Monat, ist der nächste Schritt kein besserer Prompt, sondern ein Ablauf, der diese Schritte immer gleich ausführt.
Wenn du an diesem Punkt merkst, dass das Zusammenfassen nur das sichtbare Ende einer längeren Kette von Handarbeit war, liegt dort der größere Hebel. Wo genau er in deinem Betrieb sitzt, klären wir in einer KI-Strategie-Beratung. Vertrauen gewinnt Kunden. KI gewinnt Zeit - aber nur, wenn am Ende jemand dem Ergebnis trauen kann.
Du willst nicht jede Zusammenfassung einzeln anstoßen, sondern einen Ablauf, der das von selbst erledigt und das Ergebnis dort ablegt, wo weitergearbeitet wird?
KI-AgenturHäufig gestellte Fragen
Lade das PDF in ein Sprachmodell mit Dateiupload und gib im Prompt drei Dinge vor: Zweck der Zusammenfassung, gewünschte Länge und die Pflicht, zu jeder Aussage die Fundstelle mit Seitenzahl zu nennen. Bei mehr als etwa 40 Seiten arbeite kapitelweise und lass die Teilergebnisse am Ende zusammenführen. Prüfe anschließend zwei bis drei Aussagen stichprobenartig gegen die Originalseiten.
Es gibt kein bestes Werkzeug, sondern eine passende Kombination aus Modell und Vorgehen. In der Untersuchung in Royal Society Open Science wiesen die Claude-Modelle die niedrigsten Überdehnungsraten auf, bei anderen getesteten Modellen lagen sie deutlich höher. Wichtiger als die Wahl des Anbieters sind aber Kontextlänge, Beleg-Pflicht im Prompt und eine echte Stichprobe gegen die Quelle.
Verlass dich nicht auf den Eindruck, sondern auf Stichproben. Lass dir zu jeder Kernaussage das wörtliche Zitat und die Fundstelle ausgeben und prüfe zwei bis drei davon im Original. Achte besonders auf absolute Formulierungen: Wo in der Quelle "kann", "deutet darauf hin" oder "in Einzelfällen" steht, in der Zusammenfassung aber "ist" oder "führt zu", liegt der typische Fehler.
Ja, aber in zwei Schritten: Erst erzeugt ein Spracherkennungsmodell ein Transkript, dann verdichtet ein Sprachmodell dieses Transkript. Fehler entstehen deshalb an zwei Stellen. Bei schwieriger Tonqualität, Dialekt oder langen Pausen kann die Spracherkennung Passagen erfinden - eine Untersuchung fand solche Einschübe in 1,2 bis 1,7 Prozent der Audioabschnitte. Prüfe Zahlen, Namen und Zusagen immer an der Tonspur.
Nur mit geklärter Rechtsgrundlage und geprüftem Anbieter. Entscheidend sind Auftragsverarbeitungsvertrag, Serverstandort und die Frage, ob deine Eingaben zum Training verwendet werden. Bei Personaldaten, Mandanten- oder Patientenunterlagen und fremdem Vertragsmaterial gilt: erst klären, dann hochladen. Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Artikel 4 des EU AI Act zusätzlich, dass dein Team im Umgang mit solchen Systemen kompetent ist.
Quellen & Belege
- Bitkom: Ein Drittel nutzt KI mindestens einmal pro Woche (Presseinformation vom 28.04.2026) — 50 Prozent nutzen KI zum Schreiben oder Verbessern von Texten, 41 Prozent für Übersetzungen, 40 Prozent zum Zusammenfassen längerer Texte. Repräsentative Telefonbefragung von 1.003 Personen ab 16 Jahren, Kalenderwochen 8 bis 11 des Jahres 2026.
- Bitkom: Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI (Presseinformation, September 2026) — 57 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten setzen KI ein. Repräsentative Befragung von 603 Unternehmen in Deutschland, Kalenderwochen 28 bis 33 des Jahres 2026.
- Peters & Chin-Yee: Generalization bias in large language model summarization of scientific research (Royal Society Open Science, 30.04.2025) — 4.900 von zehn Modellen erzeugte Zusammenfassungen. Überdehnte Verallgemeinerungen in 26 bis 73 Prozent der Fälle; gegenüber von Fachleuten verfassten Zusammenfassungen fast fünffach erhöhtes Risiko (Odds Ratio 4,85). Die Bitte um Genauigkeit verdoppelte das Problem (Odds Ratio 1,90). Die Claude-Modelle wiesen die niedrigsten Raten auf.
- EBU/BBC: News Integrity in AI Assistants (Oktober 2025) — Über 3.000 Antworten führender KI-Assistenten in 14 Sprachen. 45 Prozent enthielten mindestens ein erhebliches Problem, 81 Prozent irgendeinen Mangel; Quellenprobleme 31 Prozent, faktische Fehler 20 Prozent, fehlender Kontext 14 Prozent.
- Modarressi et al.: NoLiMa - Long-Context Evaluation Beyond Literal Matching (ICML 2025) — 13 Modelle mit mindestens 128.000 Token Kontextfenster. Bei 32.000 Token fielen 11 von 13 auf die Hälfte ihrer Ausgangsleistung oder darunter; GPT-4o sank von 99,3 Prozent Basiswert auf 69,7 Prozent bei 32.000 und 56 Prozent bei 128.000 Token.
- Koenecke et al.: Careless Whisper - Speech-to-Text Hallucination Harms (ACM FAccT 2024) — 1,7 Prozent der Audioabschnitte von Sprechenden mit Aphasie und 1,2 Prozent ohne enthielten erfundene Textpassagen; rund 40 Prozent dieser Einschübe waren inhaltlich schädlich oder bedenklich.
- EU AI Act, Artikel 4 - KI-Kompetenz — Anbieter und Betreiber von KI-Systemen müssen nach besten Kräften ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz ihres Personals sicherstellen. Gilt seit dem 2. Februar 2025, unabhängig von Risikoklasse und Unternehmensgröße.
- Google-Patent US11769017B1 - Generative Summaries for Search Results — Beschreibt, wie generative Zusammenfassungen anhand von Vertrauenswerten der zugrunde liegenden Quellen ausgewählt und belegt werden - die maschinelle Fassung derselben Regel: eine Zusammenfassung ist nur so gut wie die nachweisbare Bindung an ihre Quelle.
- Google-Patent US12417274B2 - Konsistenz strukturierter Daten — Prüfung, ob strukturierte Angaben mit dem sichtbaren Inhalt übereinstimmen - relevant, weil eine Zusammenfassung genau diese Konsistenz zwischen Kurzfassung und Quelle behaupten muss.
